Podcast-Folge 18 | 3D-Druck für personalisierte Medizinprodukte: Wie lässt sich die Qualität sichern?

07.01.2022

Additive Fertigung und Qualitätskontrolle in der Medizintechnik: Darüber spricht Anne Rathje in dieser Folge mit Podcast-Moderator Jens Kruse. Anne ist Projektingenieurin am IPH und 3D-Druck-Expertin. In ihrem Forschungsprojekt "SAViour" nutzt sie das Fused Deposition Modeling (FDM), ein Kunststoff-Druckverfahren. Vor ihrer Zeit am IPH hat sie in der Industrie mit Metall-3D-Druckern gearbeitet.

Im Podcast teilt Anne ihr Wissen zu unterschiedlichen 3D-Druck-Verfahren. Sie erklärt, warum die Additive Fertigung für die Medizintechnik so vielversprechend ist: Weil sich damit patientenindividuelle Produkte schnell und kostengünstig herstellen lassen, beispielsweise Zahnschienen, die perfekt zum Gebiss des Patienten passen, oder Fußschienen nach einem Bänderriss.

Sie spricht über die größte Herausforderung im 3D-Druck – nämlich die Tatsache, dass Additive Fertigungsverfahren sehr empfindlich auf Parameter- und Umgebungsveränderungen reagieren, dass sich viele Druckfehler mit bloßem Auge nicht erkennen lassen und dass es deshalb sehr schwierig ist, mit 3D-gedruckten Produkten die hohen Qualitätsansprüche in der Medizintechnik zu erfüllen.

Zum Schluss erläutert Anne, was sie vorhat, damit in Zukunft geprüfte Qualität auch im 3D-Druck möglich wird. Im Forschungsprojekt "SAViour" arbeitet sie gemeinsam mit dem Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen daran, den gesamten Additiven Fertigungsprozess umfassend mit Sensoren zu überwachen und die Daten mit Künstlicher Intelligenz automatisiert auszuwerten. So lässt sich in Zukunft die Qualität jedes einzelnen Bauteils bereits während des Druckprozesses prüfen. Das erleichtert die Zulassung von personalisierten Medizinprodukten aus dem 3D-Drucker enorm.

 

Um das Thema Additive Fertigung geht es auch in diesen Podcast-Folgen:

 

Moderiert von

Jens Kruse
Dipl.-Ing.

Gruppenleiter Innovative Fertigungsverfahren

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