Kompaktwissen über ERP

  1. Was ist ERP?
  2. Funktionsweise und Aufbau von ERP-Systemen
  3. Überblick: Anbieter und Trends in ERP
  4. Implementierung und Kosten von ERP- Lösungen

Was ist ERP?

Die Abkürzung ERP steht für Enterprise-Resource-Planning und bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, Ressourcen eines Unternehmens zu planen und zu steuern. Unter den betrieblichen Ressourcen versteht man beispielsweise das Kapital, das Personal, die Betriebsmittel und das Material.

Mit Hilfe von ERP-Systemen bzw. ERP-Software sollen der Wertschöpfungsprozess effizienter und die Steuerung der unternehmerischen und betrieblichen Abläufe konstant optimiert werden. ERP-Systeme bestehen aus miteinander kommunizierenden IT-Systemen, die einen Überblick über die Geschäftsprozesse und vorhandenen Ressourcen geben. Sie basieren auf einer zentralen Datenverwaltung.

Ein zentraler Punkt von ERP-Systemen ist die Materialbedarfsplanung. Hierbei ist auf die Gewährleistung der Verfügbarkeit der benötigten Materialien zu achten. Durch Anwendung der „Sechs-R-Regel" sollen Zielkonflikte wie zum Beispiel hohe Qualität und hohe Produktivität ausgeräumt werden.

Die Anforderungen an ERP-Systeme bei großen Unternehmen sind bedeutend größer als bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Auf integrierte Controlling- und Rechnungswesen-Module sind zum Beispiel nur Großunternehmen angewiesen. Außerdem hängen die Anforderungen auch vom Wirtschaftszweig ab. Deshalb werden am Markt branchenspezifische Teilpakete angeboten.

Funktionsweise und Aufbau von ERP-Systemen

ERP-Systeme können entweder ganzheitliche oder speziell gestaltet (modular implementiert) werden. Durch Bereitstellung und Weiterverarbeitung von Informationen werden Geschäftsprozesse unterstützt, abgebildet, optimiert und dokumentiert und dadurch Zeit, Kosten und Aufwand gespart und die Organisation der Arbeitsabläufe erleichtert. Die ERP-Software wird in allen Unternehmensbereichen eingesetzt. Im Folgenden werden die Funktionsbereiche (Module) stichwortartig vorgestellt:

  • Materialwirtschaft (Beschaffung, Lagerhaltung, Disposition)
  • Produktion bzw. Produktionsplanung und -steuerung
  • Bedarfsermittlung
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Controlling
  • Personalwirtschaft
  • Forschung und Entwicklung
  • Verkauf und Marketing
  • Stammdatenverwaltung
  • Produktdatenmanagement
  • Dokumentenmanagement

Die Module haben dieselbe Datenbasis und können untereinander kommunizieren. Das ERP-System soll integrativ sein und soll das Unternehmen in seiner Gesamtheit darstellen, also die bereichsübergreifenden Grundfunktionen und einzelne Funktionsbereiche. Das bedeutet, dass die Geschäftsprozesse und Informationsprozesse aufeinander abgestimmt sein müssen, dass die Verbindung zwischen einzelnen Programmen weitestgehend automatisiert sein soll und dass die Daten frühzeitig erfasst und in einer zentralen Datenbank gespeichert werden müssen.

Der grundlegende Aufbau eines ERP-Systems und seiner Schnittstellen zum Umfeld des Unternehmens sind in der Abbildung 1 dargestellt. Eine gemeinsame Datenhaltung ist für ein ERP-System Voraussetzung. Hierdurch ist eine bereichsübergreifende Datennutzung möglich, verschiedenen Bereiche können auf die Stamm- und Bewegungsdaten, die in der Datenbank gespeichert sind, zugreifen.

Aufbau des Enterprise Resource Planning Systems

Vorteile und Nachteile von ERP- Systemen

(Quelle: https://files.ifi.uzh.ch/ddis/emba/fois_ERP_de_scorm/ERP/de/html/le1_learningObject4.html)

Vorteile von ERP-Systemen sind die Steigerung der Rentabilität und ein ordnungsgemäßer Ablauf der Geschäftsprozesse. Die zentrale Datenbasis ermöglicht eine strukturierte Kommunikation zwischen den verschiedenen Bereichen. Produktivität und Effizienz können gesteigert werden und finanzielle Größen leichter erfasst werden.

Nachteilig ist der große Aufwand für die Einführung des ERP-Systems: Mehrere Monate an Zeitaufwand werden benötigt. Außerdem sind ERP-Programme, wenn die Standard-ERP-Pakete die vorliegende Prozessstruktur nicht abdecken, sehr kostspielig.

Überblick: Anbieter und Trends in ERP

Die wichtigsten Anbieter von ERP-Software sind zurzeit SAP, Microsoft Dynamics, Oracle und Infor. Alle weiteren Anbieter haben einen kleineren Marktanteil (etwa 5 %). SAP besitzt etwa die Hälfte aller Marktanteile.

Charakteristisch für das ERP-System von SAP ist, dass die Funktionen eng miteinander verbunden sind und die Inbetriebnahme eines Moduls auch auf andere Module Auswirkungen hat. Eine hohe Komplexität ist hier gegeben. Außerdem ist durch die aufwendige individuelle Konfiguration und Anpassung die Einführung des Systems relativ kostenintensiv und nur für Großunternehmen interessant.

Microsoft Dynamics NAV wird dahingegen besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen verwendet. Das ERP-System wird von Microsoft-Partnern vertrieben und die Software an die jeweiligen Unternehmensprozesse mittels der produktspezifischen Programmiersprache C/AL angepasst. Microsoft Dynamics AX indes ist ein objektorientiertes ERP-System und wird bei mittleren und größeren Unternehmen eingesetzt. Es wird von Beraterfirmen betrieben.

Das Unternehmen Oracle bietet modulare Lösungen on-premise und in der Cloud an. Dadurch sind hybride Szenarien und eine Schritt-für-Schritt-Migration in die Cloud sehr gut realisierbar. Vorteile sind unter anderem sehr gut aufgebaute IT-Architektur und starke Finance- und Buchhaltungs-Funktionalitäten.

Infor gewinnt in den letzten Jahren an Marktpräsenz. Sie gehen besonders stark auf die Anforderungen einzelner Industrien und Märkte ein. Speziell in den Bereichen Gesundheit, Gewerbe, Mode, Handel und der öffentlichen Verwaltung sind sie aktiv. Es werden auch Cloud-Lösungen angeboten.

Um weiter konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sich die ERP-Lösungen stark verändern. Folgende sieben Bereiche müssen in Zukunft optimiert werden:

  • Gebrauchsfähigkeit/intuitive Nutzbarkeit der Bedienoberfläche
    • geführte Bedienoberfläche, die logische und gewollte Folgeaktionen anbietet
  • Mobiler Einsatz
  • Vernetzung
    • innerhalb eines heterogenen Netzes unterschiedlicher Unternehmenssoftwarelösungen Informationen austauschen; Kommunikationsstandards
  • Hoch flexible Geschäftsprozesse
    • ERP-Lösung wandlungsfähiger, Vereinfachung von Schnittstellen
  • Nutzung und Bewirtschaftung der ERP-Daten
    • Steigerung der Datenqualität durch Hilfsmittel
  • Informationssicherheitskonzepte
  • Service-Qualität

Implementierung und Kosten von ERP- Lösungen

Welche ERP-Lösung angewendet werden soll und wie lang die Implementierungsdauer ist, hängt von den eingesetzten Ressourcen, der funktionalen Komplexität der Software und dem Anbieter ab. Vielfach wird die angesetzte Zeit jedoch aufgrund von Unterschätzungen der technischen und organisatorischen Komplexität seitens der Kunden überschritten. Diesbezüglich ist eine professionelle Bewertung und Auswahl der Systeme erforderlich, um hohe Zusatzkosten möglichst zu vermeiden. Dies ist davon unabhängig ob es gilt, ein bestehendes ERP-System zu optimieren oder eine neue ERP-Lösung einzuführen. Professionelle und kompetente Unterstützung finden Sie am Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbh. Das Institut bietet als Dienstleistung unter anderem umfassende Beratung bei der Bewertung und Auswahl von ERP-Konzepten, Lösungen und Programmen an. Mit seinem ERP-Know How unterstützt das IPH als externer Dienstleister sowohl bei der Optimierung von bestehender als auch bei kompletter Neueinführung von ERP-Software. Die Investitionskosten in unser Unternehmen werden sich nach kurzer Zeit amortisieren. Verzögerungskosten und -zeiten werden umgangen, ein frühzeitiger Einsatz der ERP-Systeme wird möglich und schnellere Gewinne/Vorteile der ERP-Integration sowie Kosteneinsparungen aus Optimierung von Unternehmensprozessen können generiert werden.

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Ihr Ansprechpartner

Christian Böning
Dipl.-Wirtsch.-Ing.

Abteilungsleiter Logistik

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