Materialflussanalyse in Produktion und Logistik

  1. Was ist eine Materialflussanalyse?
  2. Einsatzgebiete und Nutzen der Materialflussanalyse
  3. Wie läuft eine Materialflussanalyse ab? 
  4. Implementierung und Kosten der Materialflussanalyse

Was ist eine Materialflussanalyse ?

Als Materialfluss werden nach der VDI Richtlinie 2385 alle Vorgänge und deren Verkettung beim Gewinnen, Be- und Verarbeiten sowie bei der Verteilung von stofflichen Gütern innerhalb bestimmter, festgelegter Produktionsbereiche verstanden.

Im Rahmen einer Materialflussanalyse werden alle Transport- und Lagervorgänge innerhalb eines Unternehmens oder ausgewählten Betrachtungsbereichs erfasst und graphisch dargestellt. Die Materialflussanalyse hat das Ziel, Defizite im Materialfluss festzustellen und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Materialflusses zu identifizieren. Die Durchführung einer Materialflussanalyse ist von hoher strategischer Bedeutung, um organisatorische und prozessuale Mängel im Materialfluss aufzudecken, die zu vermeidbaren Transportkosten im betrachteten Unternehmensbereich führen.

Einsatzgebiete und Nutzen der Materialflussanalyse

In einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld stellt die Materialflussanalyse eine wichtige Möglichkeit für produzierende Unternehmen in der Industrie dar, um Wettbewerbsvorteile durch einen optimierten Materialfluss zu generieren. Nicht optimierte Materialflüsse führen zu verlängerten Produktionszeiten und erhöhen die Transport- und Lagerkosten. Mithilfe einer Materialflussanalyse können Schwachstellen und Verbesserungspotenziale aufgedeckt und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Dazu zählen unter anderem die Aufdeckung von Engpässen, die Vermeidung von überflüssigen Transportvorgängen und Verschwendung sowie die Erhöhung der Transparenz im Materialfluss, um die zukünftige Planung von Materialströmen zu vereinfachen. Der Materialfluss hat einen entscheidenden Einfluss auf das Fabriklayout eines Produktionsunternehmens. Auf Basis der Materialflussanalyse kann daher das bestehende Fabriklayout optimiert oder zukünftige Layouts angepasst werden.

Das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbH bietet die Materialflussanalyse als Dienstleistung an. Dabei greift das IPH auf umfassende Erfahrung aus Wissenschaft und Praxis zurück und bietet Beratungsdienstleistungen und Softwareunterstützung für alle Schritte der Materialflussanalyse.

Wie läuft eine Materialflussanalyse ab?

Eine Materialflussanalyse besteht in der Regel aus vier Teilschritten:

  • Zieldefinition
  • Erhebung der benötigten Daten für die Materialflussanalyse
  • Datenauswertung mit der Visualisierung der Materialflüsse
  • Die Identifizierung von Verbesserungspotenzialen

Die Analyse des Materialflusses beginnt mit der Zieldefinition, indem die zu erreichenden Ziele der Materialflussanalyse festgelegt und der Betrachtungsbereich abgegrenzt wird. Anschließend erfolgt die Erhebung relevanter Daten. Dazu werden im ERP-System oder in Arbeitsplänen dokumentierte Daten zu Materialflüssen erfasst. Zusätzlich können Daten durch die Befragung von Mitarbeitern oder im Unternehmen vorhandene Trackingsysteme erhoben werden. Als wichtigste Daten für die Materialflussanalyse gelten insbesondere die Quellen und Senken sowie Verlauf von Materialflüssen, die Anzahl der Transporte sowie die eingesetzten Transportmittel. Als Drittes wird eine Datenauswertung vorgenommen. Dazu erfolgt eine graphische Darstellung des Materialflusses, indem die erhobenen Daten mithilfe von Materialflussmatrizen oder Sankey-Diagrammen visualisiert werden. Durch die Visualisierung des Materialflusses wird der aktuelle Ist-Zustand dokumentiert. Die im ersten Schritt erhobenen Daten werden außerdem dazu genutzt, um Transport-, Entfernungs- und Transportintensitätsmatrizen aufstellen zu können. Anhand dessen kann der Ist-Zustand eines Materialflusses vollständig abgebildet werden. Der ermittelte Ist-Zustand kann dazu verwendet werden, die Transportkosten im Unternehmen, die sich aus den verschiedenen Materialflüssen zusammensetzen, zu berechnen. Auf Basis der berechneten Transportkosten können Verbesserungspotenziale zur Optimierung des Materialflusses ermittelt werden, indem Veränderungsmaßnahmen für Bereiche mit hohen Transportaufwänden identifiziert werden. Dazu zählen beispielsweise Anpassungen der Transportlose. Die Materialflussanalyse dient somit als Grundlage zur Definition von konkreten Verbesserungsmaßnahmen im Materialfluss eines Unternehmens.

Implementierung und Kosten der Materialflussanalyse

Zur Durchführung der Materialflussanalyse ist eine möglichst genaue Datengrundlage notwendig, die möglichst standardisiert vorliegen sollte. Darüber hinaus ist eine hohe Transparenz der Datensätze für die Materialflussanalyse erforderlich. Eine einheitliche Datengrundlage mit ausreichender Datenbreite ist die Voraussetzung, um praxistaugliche Ergebnisse im Rahmen der Materialflussanalyse zu ermitteln.
Sie benötigen Beratung bei der Materialflussanalyse? Das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbH bietet Unterstützung für alle Aspekte der Materialflussanalyse und hilft Ihnen bei der Identifikation von Verbesserungspotenzialen im Materialfluss. Das IPH entwickelt gemeinsam mit Ihnen maßgeschneiderte Ansätze zur Materialflussanalyse für Ihr Unternehmen. Dabei orientieren sich die Berater des IPH an dem aktuellen Stand der Forschung, greifen auf moderne Methoden der Materialflussanalyse zurück und lassen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Praxiserfahrungen aus vorherigen Projekten in die Beratung einfließen. Darüber hinaus unterstützt Sie das IPH bei Interesse auch bei anschließenden Detailanalysen, zum Beispiel im Rahmen einer Materialflusssimulation.

Unser Angebot

Sie benötigen Beratung zum Thema Materialflussanalyse? Das IPH unterstützt Sie gern dabei. Weitere Informationen zu unseren Angeboten, Beratungsdienstleistungen und unserer Expertise erhalten Sie hier:

Ihre Ansprechpartnerin

Maren Müller
M. Sc.

Abteilungsleiterin Logistik Bereich Industrie